Seit 30 Jahren gibt es bezahl- und halbwegs nutzbare Computer für den Hausgebrauch, seit 30 Jahren gibt es für sie Drucker als Peripheriegeräte, und seit 30 Jahren schafft es diese hirnlose Bande von Hard- und Softwareentwicklern nicht, die Dinger dazu zu bringen, was sie angeblich so toll können: drucken.
Gut, drucken können sie schon - irgendwas; allerdings hat das Gedruckte nur in Ausnahmefällen etwas mit dem zu tun, was man eigentlich erwartet hätte. Am Anfang war das auch nicht weiter verwunderlich, musste man doch seinerzeit am Bildschirm kryptische Kommandosequenzen eingeben, die erst auf dem Weg zum Drucker in die endgültige Schrifttype umgewandelt wurden. Heutzutage aber, da kein Mensch mehr weiß, was WYSIWYG heißt, weil alle es als selbstverständlich erachten, am Bildschirm das zu sehen, was beim Druck auch herauskommen soll, ist mir unbegreiflich, warum ich hochauflösende Videos in Sekundenschnelle nach Australien schicken kann, aber im Durchschnitt drei Anläufe brauche, bis der Drucker direkt neben mir das ausgibt, was meine Textverarbeitung einwandfrei am Bildschirm darstellt.
Erster Versuch: Der Drucker blinkt hektisch. Warum? Ach ja, die blaue Patrone ist leer. Egal, das ist ein reiner Text, der braucht nur schwarz, aber das interessiert den Drucker nicht. Es könnte ja vielleicht irgendwann ein blaues Pixel kommen, und dann wäre alles hin.
Zweiter Versuch: Die blaue Patrone ist ausgewechselt. Um sie zu finanzieren, gibt es die nächsten vier Wochen nur Leitungswasser und den Geruch der Pizzeria gegenüber als Nahrung. Der Drucker spuckt wirre Zeichen. Irgendwann beim Patronentausch müssen ein paar Bytes verlorengegangen sein, weswegen aus der einen Seite auf einmal 30 werden - bestehend aus einer Zeile Zeichenmüll gefolgt von einem Seitenvorschub.
Dritter Versuch: Nach einem Neustart des Rechners und des Druckers können wir einen weitern Anlauf starten. Diesmal scheint alles glatt zu gehen, bis die etwas komplexere Grafik am Seitenende gedruckt werden soll. Die Grafik besteht aus vielen einzelnen Logos. Aus irgendeinem Grund überfordert das den Druckertreiber. Testweise schicke ich die gleiche Seite an den Drucker in der Firma, rufe eine Kollegin an und bitte sie, nachzusehen, ob der Druck sauber aussieht. Alles OK, alles drauf. Nur leider brauche ich den Druck hier und nicht 200 km entfernt.
Vierter Versuch: Wir werden nie erfahren, ob die Grafik dieses Mal ihren Weg aufs Papier gefunden hätte, denn leider bleibt das Papier irgendwo im Drucker stecken und faltet sich zieharmonikaartig auf. Das ist zwar auf gewisse Weise ästhetisch, aber nicht das, was ich wollte.
Fünfter Versuch: Diesmal sieht es gar nicht so schlecht aus, sieht man einmal von den Streifen ab, die plötzlich auf dem Papier erscheinen. Wie konnte ich das übersehen - Zeit zum Druckerreinigen.
Sechster Versuch: Nach der Reinigung bläst der Drucker etwa ein Monatsgehalt an Tinte in sein Auffangkissen, damit die Düsen wieder sauber sind, weigert sich dann aber, vom Computer irgendein Kommando anzunehmen. Abhilfe schafft die Neuinstallation des Druckertreibers, die mir bei dieser Gelegenheit einige hundert Megabyte völlig unbrauchbare Zusatzsoftware auf die Platte schaufelt, deren einziger Sinn darin zu bestehen scheint, mir das Firmenlogo des Druckerherstellers möglicht bildschirmfüllend auf dem Desktop unterzubringen und gleichzeitig mit irgendwelchen Hintergrundjobs den Rechner auf die Geschwindigkeit eines Schalterbeamten der Deutschen Reichpost von 1871 zu bremsen.
Ich gebe es auf. Wenn das der Weg sein soll, das papierlose Büro zu erreichen, ist er gelungen - sieht man vielleicht davon ab, dass ich zum Erlangen dieser Erkenntnis drei schwedische Fichtenwälder durch meinen Drucker gejagt habe.
Dienstag, 30. Juli 2013
Donnerstag, 13. Juni 2013
Keiner hat die Netzbewegung lieb
Der Netzbewegung muss es unglaublich gut gehen. Erfolg muss sich an Erfolg reihen. Aktive rennen ihr praktisch die Tür ein. Anders ist nicht zu erklären, dass sie alles daran setzt, ihre Leute zu vergraulen - und sich dann noch beklagt, die Leute engagierten sich nicht ausreichend. Zum Verständnis skizziere ich eine beliebige Diskussion auf der Mailingliste einer netzpolitischen Organisation. Ich könnte den Namen nennen, aber eigentlich ist es egal. Das Muster wiederholt sich bei den anderen Organisationen.
B (hat mit A schon lang ein Hühnchen zu rupfen und nimmt begeistert den Ball auf): "Nein, Wasser ist nicht nass."
C (hat schon seit fast zwei Stunden keine Formaldebatte mehr geführt): "Wir müssen unbedingt vorher definieren, was 'nass' ist."
A: "Äh, H20."
B (beschließt, dass Umgangsformen ohnehin nur eitler Tand sind): "Das ist wieder einmal eine weitere Lüge, lies doch endlich mal meine Mails, aus denen einwandfrei hervor geht, dass Wasser viel mehr als einfach nur H20 ist." Es folgen zwei Seiten Rant.
C: "B hat vollkommen Recht. Wasser besteht eben nicht nur aus H20, sondern noch aus H3O+ und OH- sowie diversen dissoziierten Mineralstoffen und Metallionen. So lange du diesen wichtigen Umständen keine Rechnung trägst, hast du das Wesen von Wasser nicht verstanden, weswegen ich micht jetzt notgedrungen auf dein Niveau begebe und dir Elementarunterricht in Wasserkunde gebe."
D: "Es heißt Wasser_in."
E: "H3O+ ist zwar ein guter Ansatz, aber leider noch nicht präzise genug. Wie können wir über diese Sache diskutieren, ohne wenigstens diese grundlegenden Begriffe geklärt zu haben?"
C: "Das reicht leider nicht aus. Wir müssen auch noch klären, was 'nass' ist."
A: "Naja, wenn man halt Wasser abbekommen hat."
E: "Das ist viel zu unpräzise. Ab welcher Menge Wasser spricht man von 'nass'? Reden wir von absoluten oder relativen Mengen? Deckt dieser Begriff auch schweres Wasser ab?"
A (schreibt einen Konsensantrag)
B (ist dagegen, weil der Antrag von A ist, offiziell aber, weil Piratenschiffe auf dem Wasser unterwegs sind)
Zeit (drängt)
C und E (diskutieren eine Policy, die das Nasssein von Wasser_in regelt - unter der besonderen Berücksichtigung der Tatsache, dass Wasser aus biologischem Anbau an primzahligen Wochentagen bei Menschen mit Migrationshintergrund andere Assoziationen von 'nass' hervorrufen könnte)
Zeit (drängt noch etwas mehr)
F (schreibt einen Eilantrag)
C (findet einen Formfehler und erklärt die Abstimmung für ungültig)
E (ist generell gegen Schnellanträge und begründet das mit Regularien aus dem Wiki)
F: "Entschuldigung, das Wiki ist so wahnsinnig gut strukturiert, ich kann leider die entsprechenden Regeln nicht finden."
E: "Jetzt reicht's mir aber. Wie oft muss ich das denn noch erklären? Wer sich auch nur ein bisschen für die Sache interessiert, sollte wenigstens die Zeit aufbringen, das Wiki zu lesen."
F: "Hab's verstanden. Wo liegt die Seite nun?"
E: "Meine Güte, das ist doch sonnenklar: wiki/intern:Abstimmungen/Diverses/2003/Meetings/Berlin/Abgeschlossen/Antraege/Policies/Meta/Schnellabstimmung. Ich weiß wirklich nicht, was du bei uns mitreden willst, wenn du nicht einmal das weißt."
A: "Ich will ja nicht drängeln, aber die Zeit wird nun wirklich knapp."
C: "Hättest du mal von Anfang an die Sache sauber durchgezogen, müssten wir jetzt nicht wieder hopplahopp alles übers Knie brechen."
A: "Dann lass uns doch eine normale Abstimmung durchziehen."
C: "Geht nicht, die Schnellabstimmung läuft doch schon."
A: "Ich dachte, die sei ungültig."
C: "Es gibt keine Policy, die das regelt."
E: "Wir brauchen unbedingt, eine Policy, mit der wir bestimmen, wie über das Abstimmen über Definitionen entschieden wird."
C: "Wie stimmen wir über diese Policy ab?"
E: "Stimmt, wir brauchen unbedingt eine Policy, die über das Abstimmen über Policies entscheidet, die über das Abstimmen über Definitionen regeln."
C: "Wo wir gerade dabei sind, sollten wir unbedingt die Policies im Wiki überarbeiten, da sie nicht klar genug regeln, ob Abstimmungen auch dann durchgeführt werden können, wenn der Browser keine Cookies zulässt."
Trügerische Ruhe (kehrt ein)
A: "Hatten wir das nicht schon mal?"
B: "Das hättest du wohl gern so. Du hast schon beim letzten Mal ohne jede Absprache das Thema durchgeprügelt. Ich habe endgültig die Nase voll von deiner Gutsherrenattitüde. Wir wissen doch alle, wie gefährlich nasses Wasser sein kann (zwei Seiten Rant folgen)."
C: "Ich sehe da ebenfalls noch Diskussionsbedarf."
E: "Das müssen wir endlich mal sauber regeln."
Ich breche an dieser Stelle das Protokoll ab. Verstehen Sie jetzt, warum die Netzbewegung nicht voran kommt?
Tag 0:
A schreibt in einem Posting: "Wasser ist nass."B (hat mit A schon lang ein Hühnchen zu rupfen und nimmt begeistert den Ball auf): "Nein, Wasser ist nicht nass."
C (hat schon seit fast zwei Stunden keine Formaldebatte mehr geführt): "Wir müssen unbedingt vorher definieren, was 'nass' ist."
A: "Äh, H20."
B (beschließt, dass Umgangsformen ohnehin nur eitler Tand sind): "Das ist wieder einmal eine weitere Lüge, lies doch endlich mal meine Mails, aus denen einwandfrei hervor geht, dass Wasser viel mehr als einfach nur H20 ist." Es folgen zwei Seiten Rant.
C: "B hat vollkommen Recht. Wasser besteht eben nicht nur aus H20, sondern noch aus H3O+ und OH- sowie diversen dissoziierten Mineralstoffen und Metallionen. So lange du diesen wichtigen Umständen keine Rechnung trägst, hast du das Wesen von Wasser nicht verstanden, weswegen ich micht jetzt notgedrungen auf dein Niveau begebe und dir Elementarunterricht in Wasserkunde gebe."
D: "Es heißt Wasser_in."
E: "H3O+ ist zwar ein guter Ansatz, aber leider noch nicht präzise genug. Wie können wir über diese Sache diskutieren, ohne wenigstens diese grundlegenden Begriffe geklärt zu haben?"
Tag 1:
A (schreibt einen zweiseitigen Aufsatz über Wasser)C: "Das reicht leider nicht aus. Wir müssen auch noch klären, was 'nass' ist."
A: "Naja, wenn man halt Wasser abbekommen hat."
E: "Das ist viel zu unpräzise. Ab welcher Menge Wasser spricht man von 'nass'? Reden wir von absoluten oder relativen Mengen? Deckt dieser Begriff auch schweres Wasser ab?"
A (schreibt einen Konsensantrag)
B (ist dagegen, weil der Antrag von A ist, offiziell aber, weil Piratenschiffe auf dem Wasser unterwegs sind)
Zeit (drängt)
C und E (diskutieren eine Policy, die das Nasssein von Wasser_in regelt - unter der besonderen Berücksichtigung der Tatsache, dass Wasser aus biologischem Anbau an primzahligen Wochentagen bei Menschen mit Migrationshintergrund andere Assoziationen von 'nass' hervorrufen könnte)
Tag 2:
Zeit (drängt noch etwas mehr)
F (schreibt einen Eilantrag)
C (findet einen Formfehler und erklärt die Abstimmung für ungültig)
E (ist generell gegen Schnellanträge und begründet das mit Regularien aus dem Wiki)
F: "Entschuldigung, das Wiki ist so wahnsinnig gut strukturiert, ich kann leider die entsprechenden Regeln nicht finden."
E: "Jetzt reicht's mir aber. Wie oft muss ich das denn noch erklären? Wer sich auch nur ein bisschen für die Sache interessiert, sollte wenigstens die Zeit aufbringen, das Wiki zu lesen."
F: "Hab's verstanden. Wo liegt die Seite nun?"
E: "Meine Güte, das ist doch sonnenklar: wiki/intern:Abstimmungen/Diverses/2003/Meetings/Berlin/Abgeschlossen/Antraege/Policies/Meta/Schnellabstimmung. Ich weiß wirklich nicht, was du bei uns mitreden willst, wenn du nicht einmal das weißt."
A: "Ich will ja nicht drängeln, aber die Zeit wird nun wirklich knapp."
C: "Hättest du mal von Anfang an die Sache sauber durchgezogen, müssten wir jetzt nicht wieder hopplahopp alles übers Knie brechen."
A: "Dann lass uns doch eine normale Abstimmung durchziehen."
C: "Geht nicht, die Schnellabstimmung läuft doch schon."
A: "Ich dachte, die sei ungültig."
C: "Es gibt keine Policy, die das regelt."
E: "Wir brauchen unbedingt, eine Policy, mit der wir bestimmen, wie über das Abstimmen über Definitionen entschieden wird."
C: "Wie stimmen wir über diese Policy ab?"
E: "Stimmt, wir brauchen unbedingt eine Policy, die über das Abstimmen über Policies entscheidet, die über das Abstimmen über Definitionen regeln."
C: "Wo wir gerade dabei sind, sollten wir unbedingt die Policies im Wiki überarbeiten, da sie nicht klar genug regeln, ob Abstimmungen auch dann durchgeführt werden können, wenn der Browser keine Cookies zulässt."
Tag 3:
Nach einigem Hin und Her hat man sich auf eine Resolution geeinigt, die bis hinunter auf Quark-Ebene den Aufbau von Wassermolekülen regelt, jedoch offen lässt, ob es nass ist, weil die Bewohnenden von Überschwemmungsgebieten oder Wüstenregionen sich möglicherweise diskriminiert fühlen könnten. Ab Seite 20 behandelt ein längerer Exkurs die Frage, wie man dazu steht, dass Piratenschiffe auf Wasser fahren können und einigt sich darauf, dass man dies unter der Bedingung akzeptieren kann, dass zeitgleich mindestens eine Entenfamilie und zwei Tannenzapfen in maximal 10 Metern Entfernung schwimmen. Sollte man sich in einem Gebiet befinden, in dem zufällig keine Enten oder Tannen stehen, kann möglicherweise ein Delfinschwarm aushelfen, sofern die Delfine sich vorher eine Woche lang vegan ernährt haben. E und C haben sich wegen schwerer formaler Bedenken am regelkonformen Zustandekommen des Kompromisses dazu entschlossen sich dagegen zu enthalten und erklären auf die verblüffte Nachfrage, was darunter zu verstehen sei, das stünde nun wirklich alles im Wiki und sei in einem Mailinglistenpost aus dem Jahr 2008 verlinkt worden, wenn man selbst für eine simple Recherche im Mailinglistenarchiv zu faul sei, könne nun wirklich nicht mehr geholfen werden.Trügerische Ruhe (kehrt ein)
Tag 4:
G: "Wasser ist nass."A: "Hatten wir das nicht schon mal?"
B: "Das hättest du wohl gern so. Du hast schon beim letzten Mal ohne jede Absprache das Thema durchgeprügelt. Ich habe endgültig die Nase voll von deiner Gutsherrenattitüde. Wir wissen doch alle, wie gefährlich nasses Wasser sein kann (zwei Seiten Rant folgen)."
C: "Ich sehe da ebenfalls noch Diskussionsbedarf."
E: "Das müssen wir endlich mal sauber regeln."
Ich breche an dieser Stelle das Protokoll ab. Verstehen Sie jetzt, warum die Netzbewegung nicht voran kommt?
Sonntag, 2. Juni 2013
Buchkritik: Lutz Heuser: Heinz' Life
Dank der Bundeszentrale für politische Bildung kommt man sehr günstig an einige Bücher, die im normalen Buchhandel erheblich teurer und - so meine Meinung im vorliegenden Fall - ihr Geld nicht wert sind. "Heinz' Life" sind die fiktiven Tagebuchaufzeichnungen eines 1962 geborenen Mannes bis ins Jahr 2032. Heinz beschreibt vor allem seine Erfahrungen mit Computern, die anfangs noch riesengroße, den Spezialisten vorbehaltene Klötze sind, in der Gegenwart immer weiter schrumpfen und - so die These des Autorenteams - in der Zukunft sich so weit in Alltagsgegenstände integriert haben werden, dass wir sie als Computer gar nicht mehr wahrnehmen. Die insgesamt 36 Autoren haben dazu jeweils anekdotenhafte und biografische Beiträge gesammelt, die - mal mehr, mal weniger auffällig zusammengestrickt - das Leben des ungebrochen technikeuphorischen Heinz erzählen.
Hier setzen auch meine beiden Hauptkritikpunkte an: Firmenwerbung und bis an die Grenze der Realitätsverleugnung gehende Zukunftsgäubigkeit. Zum Einen merkt man einigen Kapiteln sehr deutlich an, bei welcher Firma deren Verfasser arbeitet. So trifft Heinz mehrfach auf die Firma SAP, und - hey - die macht ja tolle Dinge. Jetzt raten Sie mal, für wen zehn der Autoren arbeiten oder gearbeitet haben.
Doch es ist nicht an mir, die historische Relevanz einer Firma zu beurteilen, die nach meinem Empfinden ähnlich wie Microsoft einen Markt allein deswegen mit einem mittelmäßigen Produkt beherrscht, weil alle Anderen den Kram ebenfalls einsetzen. Fünfzig Millionen Fans können nicht irren. Was mich wirklich ärgert, ist die Blauäugigkeit, mit der Fragen wie Datenschutz, Überwachungsstaat, Umweltverschmutzung, globale Erwärmung und der Abschied vom Erdöl behandelt werden. Datenschutz? Ja, da gab's ein bisschen Ärger, aber da haben wir ein Gesetz geschrieben, und alles war prima. Nicht einmal ein Gesetz brauchte man gegen mangelde Computersicherheit. Auch das war einst etwas ärgerlich, aber dann hat sich ein kluger Kopf ein Programm ausgedacht, und schon hatten die bösen Hacker keine Chance mehr. Mensch, warum bin ich nicht selbst darauf gekommen? Klimawandel und abschmelzende Polkappen? Killefitz, da findet schon bald jemand alternative Energieträger. Damit sind dann auch gleich alle Fragen beantwortet, wie man beispielsweise Dünger, Medikamente und Plastik herstellen soll, wenn es einmal kein Öl mehr gibt - und die Polkappen wachsen auch schon wieder. Ich selbst glaube ja auch an eine gute Zukunft, aber in vermute, dass die oben angesprochenen Herausforderungen erheblich mehr als das Fingerschnippen erfordern, mit der sie "Heinz' Life" abhandelt. Solche Kapitel mögen in den 50er und 60er-Jahren des letzten Jahrhunderts noch zeitgemäß gewesen sein, heute sieht man die Lage etwas differenzierter.
Das heißt nicht, dass ich das Buch komplett verdamme. Es liest sich gut, und einige Anekdoten sind durchaus unterhaltsam. Für gerade einmal einen Euro bekommt man schon einen ordentlichen Gegenwert. Mehr Geld hätte mich aber auch geärgert.
Autor: Lutz Heuser, Seiten: 333, Erscheinungsdatum: 13.08.2010, Erscheinungsort: Bonn, Bestellnummer: 1067 Kosten: 1 €
Mittwoch, 29. Mai 2013
Die Piraten sind hässlich und riechen aus dem Hals
Ist es das, was ihr hören wollt?
Meine Güte, ich habe auch mit stetig wachsender Befremdung gelesen, welche Spinner bei den Piraten Gehör finden, wenn sie nur laut genug herumkreischen, aber wen es interessiert: Das gleiche Phänomen kenne auch aus anderen Parteien, nur tragen die es nicht so öffentlich aus. Ich selbst war bis zur Jahrtausendwende eineinhalb Jahrzehnte Mitglied einer Partei, und was ich da an Dummheit, Verlogenheit, intrigantem Verhalten, Hinterhältigkeit sowie Missachtung demokratischer Prinzipen erlebt habe, kann locker mit dem mithalten, was ich als seitdem Parteilose bei den Piraten sehe.
Besonders albern finde ich die reflexhafte Ablehnung einer Aktivität, sobald sie mit den Piraten in Verbindung gebracht werden kann. Melden Mitglieder der Partei eine Demonstration an, setzen sie eine Petition auf, ja selbst wenn nur ruchbar wird, dass die Domain einer Aktionswebsite einem Parteimitglied gehört, geht das Geschrei los, die Piraten assimilierten nach Borgmanier die Netzbewegung. Halten sich die Piraten zurück und passiert nichts, geht das Geschrei los, die Piraten verrieten ihre netzpolitischen Wurzeln und statt sich um dieses immens wichtige Thema zu kümmern, widmeten sie sich lieber parteiinternem Gekabbel. Besonders absurd: Kommt aus der Netzbewegung die Initiative zu einer Aktion, zu der alle Parteien eingeladen sind und sind die Piraten die Einzigen, die sich daraufhin in Bewegung setzen, während alle anderen Parteien lieber zusehen, wie sie den Rechtsstaat möglichst effizient abbauen - ist die Aktion verwerflich, weil die einzige beteiligte Partei die Piraten sind. Als wenn die etwas dafür könnten, wenn anderen Parteien unsere Anliegen egal sind.
Um es klar zu stellen: Ich bin mittelschwer abgestoßen vom Bild, das die Piraten im Verlauf des letzten Jahres in der Öffentlichkeit geboten haben und werde mir bis zur Bundestagswahl sehr gründlich überlegen, wem ich meine Stimme gebe. Einige Mandatsträger der Piraten brauchen meiner Meinung nach eine Therapie und keinen Parlamentssitz. Andererseits kenne ich auch genug Piraten, mit denen ich in den letzten Jahren sehr gut zusammenarbeiten konnte. Mir ist offen gesagt fast egal, wie jemand heißt, der meine Interessen vertritt, so lange sie ihre Arbeit erledigt., Mein Leben ist zu kurz, als dass ich es mit dem Pflegen von Vorurteilen verbringen wollte.
Meine Güte, ich habe auch mit stetig wachsender Befremdung gelesen, welche Spinner bei den Piraten Gehör finden, wenn sie nur laut genug herumkreischen, aber wen es interessiert: Das gleiche Phänomen kenne auch aus anderen Parteien, nur tragen die es nicht so öffentlich aus. Ich selbst war bis zur Jahrtausendwende eineinhalb Jahrzehnte Mitglied einer Partei, und was ich da an Dummheit, Verlogenheit, intrigantem Verhalten, Hinterhältigkeit sowie Missachtung demokratischer Prinzipen erlebt habe, kann locker mit dem mithalten, was ich als seitdem Parteilose bei den Piraten sehe.
Besonders albern finde ich die reflexhafte Ablehnung einer Aktivität, sobald sie mit den Piraten in Verbindung gebracht werden kann. Melden Mitglieder der Partei eine Demonstration an, setzen sie eine Petition auf, ja selbst wenn nur ruchbar wird, dass die Domain einer Aktionswebsite einem Parteimitglied gehört, geht das Geschrei los, die Piraten assimilierten nach Borgmanier die Netzbewegung. Halten sich die Piraten zurück und passiert nichts, geht das Geschrei los, die Piraten verrieten ihre netzpolitischen Wurzeln und statt sich um dieses immens wichtige Thema zu kümmern, widmeten sie sich lieber parteiinternem Gekabbel. Besonders absurd: Kommt aus der Netzbewegung die Initiative zu einer Aktion, zu der alle Parteien eingeladen sind und sind die Piraten die Einzigen, die sich daraufhin in Bewegung setzen, während alle anderen Parteien lieber zusehen, wie sie den Rechtsstaat möglichst effizient abbauen - ist die Aktion verwerflich, weil die einzige beteiligte Partei die Piraten sind. Als wenn die etwas dafür könnten, wenn anderen Parteien unsere Anliegen egal sind.
Um es klar zu stellen: Ich bin mittelschwer abgestoßen vom Bild, das die Piraten im Verlauf des letzten Jahres in der Öffentlichkeit geboten haben und werde mir bis zur Bundestagswahl sehr gründlich überlegen, wem ich meine Stimme gebe. Einige Mandatsträger der Piraten brauchen meiner Meinung nach eine Therapie und keinen Parlamentssitz. Andererseits kenne ich auch genug Piraten, mit denen ich in den letzten Jahren sehr gut zusammenarbeiten konnte. Mir ist offen gesagt fast egal, wie jemand heißt, der meine Interessen vertritt, so lange sie ihre Arbeit erledigt., Mein Leben ist zu kurz, als dass ich es mit dem Pflegen von Vorurteilen verbringen wollte.
Montag, 27. Mai 2013
Mehr Überwachungskameras!
Merkt ihr lächerlichen Datenjammerer und Freiheitswinsler, die Ihr ständig und lauthals über die zunehmende Kameraüberwachung lamentiert, dass Ihr Euch verrannt habt, dass Eure gebetsmühlenartig vorgetragene Litanei, Kameras seien teures Spielzeug, brächten nichts und dienten allenfalls dem Voyeurismus von Kontrollfanatikern, von den Tatsachen schon längst eindrucksvoll widerlegt sind? Nehmen wir ein ganz simples Beispiel: London, eine der Metropolen mit der höchsten Kameradichte der westlichen Welt, wo ein Wirrkopf vor kurzem versucht hat, einen britischen Soldaten brutal zu ermorden und allein durch das beherzte Eingreifen der Kameras Schlimmeres verhindert werden konnte. Hier haben wir doch wieder einmal eindrucksvoll belegt, dass und wie Kameras zu unserer Sicherheit beitragen:
Der besondere Clou bei Kameras ist deren vorbeugende Wirkung. Falls sich eine der Polizei bekannte verdächtige Person auffällig verhält, können die Sicherheitsbehörden einschreiten, bevor etwas passiert.
Was braucht ihr Fortschrittsverweigerer denn noch? Muss erst jemand sterben, bevor ihr begreift, wie dringend wir weitere Überwachungskameras benötigen?
Kameras schrecken ab
Verbrecher scheuen das Licht der Öffentlichkeit. Keiner ist so dumm, sich minutenlang filmen zu lassen und sich vielleicht noch seiner Tat zu brüsten.Kameras sorgen für schnelles Eingreifen
Dank der Kameras wissen die Behörden immer, was wo los ist und können sofort eingreifen. So dauerte es in London nur 20 Minuten, bis die Polizei eintraf. In anderen Städten schafft man es in dieser Zeit vielleicht gerade einmal, einen Krankenwagen zu schicken und den Verletzten ins nächste Krankenhaus zu bringen.Kameras beugen vor
Der besondere Clou bei Kameras ist deren vorbeugende Wirkung. Falls sich eine der Polizei bekannte verdächtige Person auffällig verhält, können die Sicherheitsbehörden einschreiten, bevor etwas passiert.
Was braucht ihr Fortschrittsverweigerer denn noch? Muss erst jemand sterben, bevor ihr begreift, wie dringend wir weitere Überwachungskameras benötigen?
Freitag, 24. Mai 2013
Buchkritik: Daniel Suarez: Kill Decision
Eine Anschlagsserie sucht die
Vereinigten Staaten heim. Kurze Zeit später greift eine US-Drohne
eine der großen islamischen Pilgerstätten an – offenbar ein
Vergeltungsschlag. Doch die USA bestreiten, hinter dem Angriff zu
stehen. Dann taucht der streng gehütete Quellcode der
Verhaltenserkennungssoftware eines viel versprechenden Startup-Unternehmens im Netz auf. Als dem Team dämmert, dass nicht
interne Schludrigkeit, sondern ein geschickt vorgehender
elektronischer Dieb dahinter steckt, ist es bereits zu spät: Eine
Bombe tötet alle Mitglieder. Schließlich kopiert ein Unbekannter
das Programm einer Wissenschaftlerin, die das Schwarmverhalten von
Ameisen erforscht. Auch sie soll durch ein Attentat ermordet werden,
doch im letzten Moment rettet sie eine angebliche Spezialeinheit des
US-Militärs.
Offenbar arbeitet irgendjemand am Bau
bewaffneter Drohnen, deren Vorgehen er mit der illegal kopierten
Software optimieren möchte. Doch wer steckt dahinter? Was sind seine
nächsten Schritte? Wie kann man ihm das Handwerk legen?
Daniel Suarez hat mit “Virus” und
“Darknet” visionäre Bücher geschrieben, welche die Utopie einer
von Computern regierten Menschheit schildern und eine interessante
Alternative zu unserem bisherigen Wirtschaftssystem entwerfen.
Entsprechend hoch liegt die Messlatte bei einem dritten Buch, das
sich inhaltlich nicht an die beiden Vorgänger anschließt, sondern
nur eine Warnung vor einer wahrscheinlichen Weiterentwicklung eines
sich bereits jetzt abzeichnenden Trends ausspricht. Technikthriller,
nach dem Muster “Die Geister, die ich rief”, gibt es reichlich,
und “Kill Decision” sticht weder positiv noch negativ besonders
heraus. Es ist routiniert und sauber recherchiert geschrieben, nervt
ab und zu mit etwas aufdringlicher Nennung von Kleider- und
Waffenmarken, aber die Spannung stimmt, das Erzähltempo ist flüssig,
und man kann das Buch ohne Weiteres noch einmal lesen, ohne sich zu
langweilen.
Kurz: Kein Meilenstein, aber gutes
Lesefutter, das sein Geld wert ist.
Daniel Suarez: Kill Decision, rororo, ISBN 978-3-499-25918-0, 12,99 €
Donnerstag, 2. Mai 2013
FrOSCon Call for Papers 2013 gestartet
Call for Papers FrOSCon 2013
Die FrOSCon, eine zweitägige Konferenz für NutzerInnen und EntwicklerInnen von Freier und Open Source Software, findet am 24. und 25. August 2013 zum achten Mal an der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg in Sankt Augustin bei Bonn statt. Veranstaltet wird sie vom Fachbereich Informatik in Zusammenarbeit mit der Linux/Unix User Group Sankt Augustin, der Fachschaft Informatik und dem FrOSCon e.V. Im Vordergrund steht ein reichhaltiges Vortragsprogramm, das aktuelle Themen aus dem Bereich Freie Software und Open Source beleuchtet. Darüber hinaus besteht die Möglichkeit, dass Aktive der großen Freien Software- oder OpenSource-Initiativen, Räume und Einrichtung für eigene Treffen nutzen oder auch ein eigenes Programm / eine eigene Subkonferenz organisieren. Abgerundet wird die Veranstaltung durch einen Marktplatz mit Ständen von FLOSS-Projekten und -Unternehmen.Thematische Schwerpunkte
Wir suchen Beiträge zu aktuellen Entwicklungen aus dem gesamten Bereich Freie Software und Open Source, wie z.B.- Betriebssysteme Entwicklung
- Administration
- Sicherheit&
- Rechtliche Fragen
- Desktop
- Bildung
- Seemless Computing - Nahtlose Zusammenarbeit durch Einreißen der Grenzen zwischen all deinen Geräten
- Blumen für den Schrebergarten - Wie sollte Freie Software mit geschlossenen Ökosystemen umgehen?
- Elektronische Heinzelmännchen - Lass deinen Computer die Hausarbeit machen
Bis zum 23. Mai 2013 können EntwicklerInnen und ExpertInnen, die interessiert sind einen Vortrag oder Workshop zu halten, ihre Beiträge einreichen. Die Auswahl durch das Programmkomitee erfolgt Anfang Juni.
Einreichung von Beiträgen
Die Registrierung und die Einreichung von Beiträgen erfolgt ausschließlich webbasiert über das Frontend unter http://cfp.froscon.org. Zur Teilnahme am Call for Papers ist es notwendig, eine kurze Zusammenfassung, sowie eine ausführlichere Beschreibung einzureichen. Für die Teilnahme an der Konferenz ist es zudem notwendig, Vortragsfolien einzureichen.Sprache
Beiträge können sowohl in Deutsch als auch in Englisch eingereicht werden. Welche der beiden Sprachen gewählt wird, sollte nur danach entschieden werden, in welcher Sprache man das jeweilige Thema besser präsentieren kann. Die Sprache der eingereichten Texte und des Vortrags sollten dabei übereinstimmen.Länge der Beiträge
Das Abstract sollte möglichst genau und prägnant die geplanten Inhalte des Vortrags darstellen. Es wird daher kein genauer Umfang vorgegeben. Die Vorträge hingegen sollten im Regelfall 45 Minuten nicht überschreiten, um in insgesamt 60 Minuten genug Raum zu bieten für abschließende Fragen sowie den Umbau für den nächsten Vortrag. In Einzelfällen können auch längere Beiträge akzeptiert werden. Wir bitten in diesen Fällen um eine gesonderte Begründung für den größeren Umfang.Formate
Die Zusammenfassung und die Beschreibung müssen als plain text in das Webfrontend eingetragen werden. Vortragsfolien bitten wir als PDF einzureichen. In Absprache können auch andere offene Dokumentenformate wie beispielsweise OpenOffice akzeptiert werden.Lizenzen
Die Zusammenfassung, die Beschreibung und die Folien werden auf der Webseite veröffentlicht, die Zusammenfassung zudem noch im Konferenzprogramm abgedruckt. Daher müssen wir darauf bestehen, dass die Einreichungen zumindest unter die Creative Commons Attribution-NonCommercial 2.0 Germany (http://creativecommons.org/licenses/by-nc/2.0/de/) Lizenz gestellt werden. Sofern bei der Einreichung keine Aussage zur Freigabe gemacht wird, gehen wir von dieser Lizenz aus. Wer seine Werke unter eine weniger restriktive Lizenz stellen möchte, muss bei der Einreichung darauf hinweisen.Auswahl der Beiträge
Die Auswahl der Beiträge erfolgt auf Basis des Inhalts durch ein Programmkomitee. Wir bitten um Verständnis, dass wir je nach Anzahl und Qualität der Einreichungen nicht alle Beiträge in unser Programm aufnehmen können. Bei der Auswahl werden solche Beiträge bevorzugt, die zu den o.g. Themenschwerpunkten passen.Sonstiges Vergütung für Beiträge
Die FrOSCon wird ehrenamtlich organisiert und finanziert sich im Wesentlichen durch Sponsoring. Wir bitten daher um Verständnis, dass keine Aufwandsentschädigung für Beiträge gezahlt werden kann.
Unterkünfte
Es wird für die ReferentInnen ein Kontingent von Zimmern in einem naheliegenden Hotel reserviert. Die Einzelheiten dazu teilen wir mit, sobald der Beitrag angenommen wurde.Social Event
Für den Abend des 24.8. planen wir einen Social Event. Alle ReferentInnen sind selbstverständlich herzlich eingeladen, hieran teilzunehmen.Wichtige Termine und Kontaktdaten
23.05.2013 Ende des Call for Papers. Alle Beiträge müssen bis zu diesem Termin eingegangen sein, um berücksichtigt werden zu können.09.06.2013 Benachrichtigung über Annahme oder Ablehnung der Beiträge.
21.06.2013 Endgültige Zusage. Um eine endgültige Zusage der eingeladenen ReferentInnen wird bis zu diesem Termin gebeten.
04.08.2013 Letzter Termin für die Abgabe der Vortragsfolien.
24.08.2013 Beginn FrOSCon 2013 Alles weitere findet sich im Web unter http://www.froscon.de.
Fragen zum Call for Papers per E-Mail bitte an: programm@froscon.de Kontakt zum Organisationsteam per E-Mail: kontakt@froscon.de Postanschrift:
FrOSCon e.V.
c/o Hochschule Bonn-Rhein-Sieg
Grantham-Allee 20
53757 Sankt Augustin
Kids Track / FrogLabs
Bei den so genannten FrogLabs, dem Kinder- und Jugendprogramm der FrOSCon, möchten wir Kinder und Jugendliche dieses Jahr auch zum eigenständigen Leiten von Workshops motivieren. Den seperaten Call for Projects werden wir demnächst ankündigen, alle weiteren Informationen stehen bald unter http://kids.froscon.org zur Verfügung.
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