Donnerstag, 25. Juni 2009
Compiling Cisco VPN client on Linux #1
When you google your way through the different support forums, you learn that most of the hints only work for one specific kernel version on one specific Distribution. So all I can say for the solution below, is: It worked for me, it might not work for you.
"Why don't you use vpnc?" I hear you ask. The answer is: I tried, but I failed to adapt my certificates and configuration to vpnc. My attempts ended up in obscure error messages. If someone knows how to do this, please drop me a line.
Here is what I did:
Tested system: Linux wo.nz 2.6.28-13-generic #44-Ubuntu SMP Tue Jun 2 07:57:31 UTC 2009 i686 GNU/Linux
Download the VPN client here (in my case vpnclient-linux-x86_64-4.8.01.0640-k9.tar.gz) and untar the archive.
tar xfvz Desktop/vpnclient-linux-x86_64-4.8.01.0640-k9.tar.gz
Download the patches here. For me,
vpnclient-linux-2.6.24-final.diff did the job.
cd to vpnclient and apply the patches
all@wo.nz:~/vpnclient$ patch -p1 < ~/Desktop/vpnclient-linux-2.6.24-final.diff
patching file GenDefs.h
patching file interceptor.c
After that, compile your client as usual
./vpn_install
This worked well for me, but I assume the compile errors will come back, so I choose to put a number in this article's headline.
Good luck!
Dienstag, 23. Juni 2009
Sonntag ist nicht so'n Tag
Zu diesen Leuten scheint Wolfgang Huber zu gehören. Wolfgang Huber, seines Zeichens Berlins evangelischer Bischof, hat jetzt entdeckt, dass es Leute gibt, die am Sonntag arbeiten, und da er als studierter Theologe die Bibel sehr gut kennt, weiß er, dass der Feiertag heilig ist - so heilig, dass man an ihm nicht arbeiten und lieber in die Kirche gehen soll. Damit hat er aus Sicht seiner Religionsgemeinschaft auch grundsätzlich Recht und bekommt nicht wenig Geld dafür, dass er genau diese Auffassung vertritt. Abgesehen vom theologischen Aspekt hat ein zentraler freier Tag viele Vorteile: Man kann gemeinsam etwas unternehmen, man hat auch nicht das Gefühl, etwas zu verpassen, weil ja alle einen Gang runter geschaltet haben. Auch aus psychologischer Sicht hat der Rhythmus zwischen Wochenende und Arbeitstagen etwas für sich: Er verleiht dem Leben Struktur. Wahrnehmung ist das Erkennen von Unterschieden. Wir wissen nur, was hell ist, weil wir es vom Dunklen unterscheiden; wir nehmen etwas nur deswegen als heiß wahr, wenn wir das Gefühl von Kälte kennen; wir schmecken Süßes nur, weil wir es von den anderen Geschmäckern unterscheiden können. Wären alle Tage im Prinzip gleich und nur durch willkürlich hingestreute Freizeit unterbrochen, käme unser Zeitempfinden durcheinander. Ohne Sonntage gibt es nur noch - ja was? Tage, einfach nur Tage.
Das aber ficht Herrn Huber nicht an. Er will den Sonntag retten, weil der im Grundgesetz steht und reicht deswegen Verfassungsklage ein.
Was? Wo soll der Sonntag stehen? Im Grundgesetz? Wo denn da?
Zugegeben steht er nicht gerade an prädestinierter Stelle, sondern in Artikel 139 der Weimarer Verfassung. Gemeinsam mit den Artikeln 136, 137, 138 und 141 gehört dieser Artikel - und das weiß auch nicht unbedingt jeder - laut Artikel 140 des Grundgesetzes mit dazu.
Nun muss man in Staatsbürgerkunde nicht allzu gut aufgepasst haben, um zu wissen, dass die so weit hinten im Grundgesetz stehenden Artikel gegen die ersten 20 in der Bedeutungsskala etwas abfallen. Darüber hinaus steht da auch nur etwas von "bleiben als Tage der Arbeitsruhe und der seelischen Erhebung gesetzlich geschützt", was man nicht gerade als flammenden Appell zu Einhaltung der Feiertagsruhe werten kann. Das weiß auch Bischof Huber, weswegen er auch gleich das ganz große Geschütz hervor kramt und mit Artikel 3 die Religionsfreiheit ins Spiel bringt. Dieser Artikel, so ist Huber überzeugt, steht im eklatanten Widerspruch zum Berliner Ladenöffnungsgesetz, das es künftig an satten 10 Sonntagen erlauben soll, auch sonntags die Kaufhäuser zu öffnen. Insbesondere an den vier Adventssontagen soll dem Mammon gefröhnt werden. Das ist der Kirche ein Dorn im Auge, schließlich sei der Advent eine Zeit der Besinnung, die man in Konzerten und auf Adventsbasaren verbrächte.
Ach so, auf dem Adventsbasar bezahlt man offenbar nur mit einem freundlichen Lächeln, aber lassen wir diese kleinkarierte Unterscheidung zwischen gutem und bösem Kapitalismus. Vergessen wir für einen kurzen Moment auch, wie Huber auf seinem letzten Kreuzzug vor wenigen Wochen Berlin im Sumpf des Heidentums versinken sah, weil es den Schülern nicht möglich sein sollte, das Fach Ethik zu Gunsten des Religionsunterrichts aus dem persönlichen Stundenplan zu streichen. Werfen wir statt dessen einen Blick in die sonntäglichen Kirchen, die ja offenbar Gottesdienste im Schichtbetrieb abhalten müssen, um der anstürmenden Massen der Gläubigen Herr zu werden. Ich weiß nicht, welche Gemeinden Wolfgang Huber zu besuchen pflegt, aber die, deren Gottesdienste ich in den letzten 20 Jahren erlebte, hatten ganz bestimmt kein Platzproblem. Wenn ich mir weiterhin ansehe, wie alt abgesehen von den drei ihre Pflichtstunden abreißenden Konfirmanden die jüngsten Besucher sind, könnte man ohne Schwierigkeiten den Sonntag komplett zum Werktag umwidmen, ohne dass auch nur ein Anwesender aus Arbeitsgründen nicht kommen könnte. Schwierig würde es allenfalls, setzte man das Rentenalter auf 70 hoch.
Interessant wäre es, käme Hubers Argumentation in Karlsruhe durch. Dann wäre es nur angemessen, wenn die vielen Millionen Muslime, die in Hinsicht auf ihre Gottesdienstteilnahme eine ganz andere Disziplin an den Tag legen, auf die Idee kämen, den Freitag für sich als Feiertag zu reklamieren. Außerdem wäre da noch der Schabbes der Juden, der Mittwoch der Jesiden, und bestimmt findet sich auch noch für die anderen Tage eine passende Religion.
Um es noch einmal zu sagen: Es ist ein ehrens- und unterstützenswertes Anliegen Hubers, sich für einen gemeinsamen freien Tag in der Woche einzusetzen, aber die religiöse Karte, fürchte ich, sticht hier nicht. Ich weiß nicht, ob die Kirche allen Ernstes die Ursache für leere Gottesdienste in der Aufweichung des arbeitsfreien Sonntags sieht, aber in den letzten Jahrzehnten habe ich genug Eindrücke gesammelt, um mit Überzeugung sagen zu können: Der Sonntag, liebe Amtskirchen, ist eine eurer geringsten Sorgen.
Schönen Sonntag.
Kirchenlimericks 2
behandelte Helfer als Deppen.
Doch diese, nicht blöde,
verließen ihn schnöde.
Jetzt kann er sich selber abschleppen.
Montag, 22. Juni 2009
Phrasen, auf die die Welt gewartet hat 1
Als ich Marjorie fragte, wie oft dieser Begriff vorkommt, bekam ich als Ergebnis 6390 Treffer, was mich erstaunt. Ich hätte mit weit mehr gerechnet. Von seiner Aussage her ist der Satz etwa so wertvoll wie "Das Autobahnnetz steht nicht außerhalb des Geltungsbereichs der StVO" oder "Die Wüste ist kein sandfreies Gelände". Das ist den Leuten, die solche Sätze sagen, ebenfalls klar, aber sie wollen natürlich das Gegenteil andeuten, wie etwa hiermit: "Ursula von der Leyen ist keine von jeglicher Sachkenntnis unberührte Populistin auf Stimmenfang im Wahlkampf." So schreibt man sich allein durch die Benutzung des Buchstabens "k" um jede Verleumdungsklage herum.
Nun steht es jedem frei, das zu sagen, was ihm gerade durch den Kopf schießt, aber finden Sie nicht auch, dass diese Phrase ein klein wenig überstrapaziert wurde? Nach fest kommt ab, und nach "Ich habe verstanden, was du sagen willst" kommt "Geh, Spatzerl, im Gegensatz zu dir ist meine Erinnerung so gut, dass ich nicht jede Trivialität wie ein Mantra herunterbeten muss, also hör bitte auf damit".
Doch es ist noch eine Weile hin bis zur Bundestagswahl - reichlich Gelegenheit für so manchen geistigen Hinterbänkler, sich als selbsternannter Rechtsexperte Gehör zu verschaffen.
Samstag, 20. Juni 2009
Kirchenlimericks 1
Ein Pastor im Umkreis von Gießen
tat's sich mit dem Küster verdrießen.
Doch der trug's mit Fassung.
Bis zu seiner Entlassung
der Messwein war nicht zu genießen.
Mittwoch, 17. Juni 2009
One upon a time in the web
Glorreich waren sie, jene Tage, in denen Pioniere die Grenzen immer weiter verschoben, in denen ein Mann, der wusste, wie man in der Wildnis überlebt, das leben durfte, was noch am ehesten den Begriff "Freiheit" verdient. Es war nicht alles leicht in jenen Tagen, aber man wusste sich zu arrangieren.
Dann kam die Eisenbahn und mit ihr die Leute, denen ein kleines Stückchen Land und ein Häuschen darauf nicht genug waren. Sie wollten Geld, schnell und viel. Sie wollten dafür nicht monatelang einen Acker umgraben oder nach Gold schürfen, sondern bequem in ihren Saloons und Hotels darauf warten, dass das Geld zu ihnen kommt. Begriffe wie Freiheit waren ihnen egal, solange das Geschäft blüht.
Die frühen Siedler und die Geschäftemacher konnten sich natürlich nicht verstehen, zu unterschiedlich waren ihre Auffassungen. Die einen sahen in einem Stück Land ihr Fleckchen Freiheit, die anderen ein profitables Hotel. Auf lange Sicht hatten die Siedler das Nachsehen, weil sie im Wesentlichen ihre kleine Welt verteidigten, während die Geschäftemacher die Massen anzogen, denen Blockhütten und Donnerbalken im Wald nicht zuzumuten waren.
Mit den Massen kamen die Bürokraten der Regierung. Aus den matschigen Feldwegen wurden ordentliche Straßen, aus den Blockhütten mehrstöckige Steinhäuser. In den Augen der Siedler war dies das Schlimmste, was passieren konnte. Genau deswegen hatten sie die Alte Welt verlassen. Sie wollten ihre eigenen Herren sein, unabhängig von den Ämtern und Büros, in denen weit entfernt vom Leben Verordnungen und Gesetze beschlossen wurden. Auf der anderen Seite hatte diese Welt der festgesetzten Maße, Gewichte und Gesetze nicht nur Nachteile. Wer sich jetzt ungerecht behandelt fühlte, ging zum Sheriff und konnte hoffen, dass der sich schon darum kümmert, dass Recht und Ordnung herrschen.
Für die Siedler hatte diese Welt keinen Platz mehr.
Eine ähnliche Situation erleben wir gerade im Web. Die allerersten Pioniere hatten diese Welt mit ihren Akustikkopplern und viel technischem Verstand erforscht und die Grenzen des Machbaren immer weiter gesteckt. Es war eine Welt, in der man sich noch weitgehend gegenseitig vertraute. Man meldete sich mit telnet auf anderen Systemen an, ohne Angst zu haben, dass jemand das Passwort mitschnitt, man sendete sich Mails per SMTP und hatte keinen Grund, den Absender zu fälschen.
Im Gegensatz zu den Siedlern war man im Internet nie wirklich allein. Das verwundert nicht, war es doch immer schon die Aufgabe des Netzes, Menschen zu verbinden und nicht zu trennen. Das führte dazu, dass es von Anfang an Recht und Gesetz im Internet gab, es wurde nur anders umgesetzt. Wenn etwas aus dem Ruder lief, wandte man sich an den zuständigen Admin und wenn der nicht spurte, an den Provider. Die hatten ihre Mittel, Inhalte zu löschen, Nutzer auszusperren und notfalls auch ganz profan anzuzeigen.
Schnell stellte sich aber auch heraus, dass bestimmte Gesetze der analogen Welt schwer ins Internet zu übertragen waren. Schon Wau Holland sagte, dass es sich bei Computern um Datenkopiermaschinen handelt. Wer hieran etwas technisch zu ändern versucht, stellt das Wesen des Computer auf den Kopf. Will man ein Urheberrecht aus der Zeit der Offsetdrucker und Schallplattenpressen auf ein datenträgerübergreifendes Medium zu übersetzen, steht man vor der Wahl, entweder die technische Entwicklung dreißig Jahre zurück zu schrauben oder das Recht der neuen Technik anzupassen.
Sei Mitte der Neunziger befindet sich das Web im Umbruch. Firmen wie AOL sorgten dafür, dass die Menschen massenhaft das Internet nutzten. Diese Leute verstanden auf technischer Ebene immer weniger vom Netz, aber sie brachten Geld. Im globalen Dorf wurden Supermärkte, Amüsierviertel und die ersten Ziegelsteinbauten errichtet. Die Netzpioniere waren nicht über jeden Auswuchs dieser neuen Zeit erfreut, aber da die sich neu eröffnenden Möglichkeiten die Unannehmlichkeiten wie Scriptkids, Spam sowie betrügerische Onlinehändler überwogen, entwickelte man einfach neue Überlebensstrategien und ging mit der Zeit.
Dann kamen die Ordnungsliebhaber. Auch sie brachten eine Denkweise mit, die nicht so recht zur digitalen Welt passte. Aus ihrer Sicht war das Netz ein unreglementierter Haufen, der dringend aufgeräumt werden musste. Wozu das Netz gut war, sahen sie nicht, aber dafür sahen sie umso genauer, wozu es nicht gut sein sollte: Schmuddelseiten, Extremismus und Straftaten. Es bildete sich eine unheilige Allianz aus Ordnungshütern und Geschäftemachern. Den Geschäftemachern war das Gesetz solange völlig egal, wie es nicht ihren Interessen nützte, aber dort, wo sich beides deckte, drehten sie den Spieß um und spielten sich den Ordnungsliebhabern gegenüber als Gesetzeshüter auf.
Wenn es um Recht und Ordnung geht, schätzen deren Verfechter die klare Kante. Wenn auch nur ein Kind gerettet werde, heißt es, sei jedes Kontrollmittel im Internet recht. Damit befindet man sich in bester christlicher Tradition. wird doch schon Arnold Amalrich nachgesagt, er habe 1209 bei der Erstürmung der Katharerstadt Béziers angeordnet, unterschiedslos alle Einwohner zu töten, Gott werde die Seinen schon erkennen.
Die Netzpioniere verstehen nicht nur, wie das Netz auf technischer Ebene funktioniert, sie verstehen seine Philosophie. Sie wissen, warum es wurde, wie es ist, und was passiert, wenn man ihm eine Struktur aufzwingt, die seinem Charakter widerspricht. Ihnen ist klar, dass ein staatlich kontrolliertes Internet nichts mehr mit dem jetzigen zu tun hat. "Information wants to be free." Das war das Motto, unter dem sie seinerzeit einer Welt entflohen, in der Zeitungsverlage und Fernsehanstalten die Meinung vorgaben und wo ein einsam vor sich hin kommentierender Mensch nicht wahrgenommen wurde. Jetzt droht das Internet genau diese Hierarchie wieder zu bekommen. Es gibt im Netz nicht "ein bisschen inhaltliche Kontrolle", genauso wenig, wie es "ein bisschen schwanger" gibt. Entweder hat man das Netz im Griff oder nicht.
Das Internet steht vor einem Umbruch. Die Frage ist, ob die Balance zwischen freier Information und freier Geschäftemacherei erhalten bleibt, oder ob man eine Wildblumenwiese zugunsten eines Englischen Luxusrasens aufgibt. Im Moment spricht vieles dafür, dass der Gärtner Mittel und Wege hat, seinen Luxusrasen durchzusetzen. Das heißt aber auch, dass diejenigen, die sich auf der Wildblumenwiese wohl fühlten, gehen müssen.
Es sieht schlecht aus für die Siedler. Viele von ihnen packen ihre Sachen, werfen noch einen letzten Blick auf das, was sie noch als weites, freies Land kannten, steigen aufs Pferd und suchen eine Gegend, in der man sie noch frei leben lässt.
Der Websten hat ihnen nichts mehr zu bieten.
Wörterbuch des Undemokraten, Teil 2:
Uhlsch für: Ich habe mir meine Meinung gebildet und bin nicht bereit, meine weltanschauliche Seifenblase durch schnöde Fakten platzen zu lassen. Ich teile gern aus, aber wehe, wenn der Pöbel zurückkeilt. Ich habe einen Doktortitel, ich bin Abgeordneter. Kritik an mir ist ein Angriff gegen Moral und Demokratie.