Montag, 2. November 2009

Schlaflos in Bochum

Ein Rückblick auf die Labortage 2009

Geeks und Nerds gelten allgemein als ausbaufähig sozialkompatibel. Sie beschäftigen sich mit seltsamen Dingen, sehen seltsame Filme, vertreten seltsame Ansichten und lachen über Dinge, über die sonst keiner lacht.

Mit anderen Worten: ein sympathisches Völkchen.

Ab und zu überkommt es diese ungewöhnlichen Menschen, etwas zu veranstalten, das selbst für ihre Maßstäbe ungewöhnlich ist. Bekanntestes Beispiel in Deutschland ist der Chaos Communication Congress, aber auch andere Organisationen laden übers Jahr verteilt zu verschiedenen Treffen, die man besuchen sollte. Mit erst der zweiten jährlichen Großveranstaltung neu dabei ist das Labor
in Bochum mit seinen Labortagen, doch bereits jetzt deutet sich an, dass einer der größten Hackerspaces in Deutschland einen neuen Höhepunkt im Kalender geschaffen hat. Mit 50 Besuchern war die Veranstaltung zwar vergleichsweise überschaubar, aber dafür kannte jeder jeden, und man hatte ausreichend Zeit, sowohl die Vorträge anzuhören, als auch privaten Kleinprojekten nachzugehen. Das Programm konnte sich sehen lassen und deckte für jeden Erfahrungsgrad etwas ab: Angefangen beim Löten für Anfänger über einen mehrteiligen Kurs über Microcontrollerprogrammierung, Lockpicking, Steganografie, Solarzellen zum Selberbauen bis hin zu kryptografischen Methoden der Post-Quantencomputer-Zeit ging es quer durch Theorie, Praxis, Hard- und Software. Zum Ausklang des Abends konnte man sich "Ghost riders" anhören - gespielt auf einer Teslaspule. Wer die eher konventionelle Klangerzeugung vorzog und dennoch stilecht bleiben wollte, kam an einem Abend in den Genuss eines Jakob-Bienenhalm-Konzerts.

Wenn 50 Leute über vier Tage auf relativ engem Raum beisammen sind, sollte man annehmen, dass die eine oder andere Reiberei vorkommt - doch nichts dergleichen. Die Atmosphäre war geprägt von viel Kreativität, hoher Konzentration und beispielhaftem Sozialverhalten.

Was bleibt zu sagen? Erstens: Club-Mate felst. Zweitens: Hermann-Kola felst auch. Drittens: Der "Pizzaman's" (Schreibweise nicht von mir), der uns vier Tage lang belieferte, felst ebenfalls. Am meisten aber felsen die Laboranten, die mit äußerster Professionalität, Geduld und Herzlichkeit rund um die Uhr ansprechbar waren und immer Hilfe wussten.

Bis zum nächsten Mal im Jahr 2010.

Kommentare:

Olaf hat gesagt…

supa :) würde ich gern auf dem labor blog verlinken wenn gewünscht :)

Grüße

Publikumsbeschimpfung hat gesagt…

Hallo Olaf, natürlich kannst Du den Artikel gern verlinken.

Viele Grüße